Harmonie Equestre
Harmonie Equestre - Art of Riding Elisa Rieck

Hier möchte ich Euch gerne einige meiner Schüler mit Ihren Pferden vorstellen.

Steffi mit Qu (Ardenner)

Ich muss leider etwas ausholen, um zu erzählen, wie ich zu Elisa und der der AR kam....

Ich habe mit 12 Jahren angefangen zu reiten, mittlerweile bin ich 45 Jahre alt. Zunächst ritt ich auf Warmblütern, die ich später vorwiegend gesprungen bin.

Ich selbst hatte zwei Pferde, ritt aber über Jahre in einem Verkaufsstall regelmäßig verschiedene, auch junge Pferde auch auf Turnieren.

In 2005 wurde ich das erste Mal schwanger und meine alte Stute starb mit 27 Jahren kurz vor dem geplanten Umzug in einen Offenstall. Meine junge, aus dieser Stute gezogene, Stute hatte ich vorher verkauft (an sehr nette Menschen, die sie auch heute noch haben). Zwei Pferde waren mir zu diesem Zeitpunkt zu viel geworden, da ich mich auch selbständig gemacht hatte mit meiner Hundeschule doggi-fun.

Es folgte eine längere Reitpause dadurch, dass ich nochmals schwanger wurde und meine Zeit überwiegend mit den Kindern verbrachte.

Zur Taufe bekam meine Tochter von meiner Freundin einen Shetty-Wallach „Murphy“, mit dem wir uns im Folgenden sehr viel beschäftigten. In dem Stall meiner Freundin (in den auch meine alte Stute hätte ziehen sollen) kam ich erstmals in den Kontakt mit „anderen, klassischeren“ Reitweisen, Bodenarbeit und Zirzensik und hatte viel Spaß daran, auch wenn ich manchmal einiges in Frage stellte – es war so kontrer zu dem, was ich gelernt hatte. Aber auch die Haltungsform gefiel mir viel besser, als die gewohnte Boxenhaltung.

Nach einiger Zeit wollte ich auch wieder selbst anfangen zu reiten und erhielt die Möglichkeit, den wundervollen großen Tinker-Wallach „Takeshi“ als Reitbeteiligung zu bekommen. Er war komplett gebisslos ausgebildet und die Besitzerin befand sich zu der Zeit mitten im Studium. Ich besuchte Kurse auf unserem Hof („animals-for-kids“ in Weiterstadt) in der École de Légèretè und wir kamen super voran in der Ausbildung und in meinem Umlernen. Anfangs tat ich mich dabei sehr schwer, aber mit der Zeit klappte es immer besser und ich war mit „Taki“ ein richtig gutes Team geworden. Ich konnte ihn völlig frei (also ohne Sattel und Kopfstück) reiten und wir verstanden uns perfekt. Ich ritt ihn insgesamt über 4 Jahre.

Schon da beschloss ich, kein Pferd mehr mit Gebiss reiten zu wollen, wenn es nicht unbedingt sein müsste.

Leider stellte die Besitzerin Takeshi nach ihrem Studium in einen anderen Stall. Ich fuhr noch ein ganzes Jahr einmal wöchentlich zu ihm, war aber mit der Situation „Shetty hier, Tinker dort“ und auch dem Stall dort (keine Halle, tiefer Reitplatzsand) nicht wirklich glücklich, auch wenn das Gelände dort traumhaft war.

So reifte der Entschluss, mir doch wieder ein eigenes Pferd anzuschaffen. Es sollte auch ein cooles Pferd sein, nicht faul, aber ruhig und nervenstark. Wie ein Tinker. Kein nervöser Warm-oder Vollblüter mehr. Ich wollte ja auch meine Kinder mit gutem Gewissen auf dem neuen Pferd reiten lassen können. Fertig ausgebildet auf jeden Fall. Und ein Schimmel im Idealfall….

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Ich fing an, Anzeigen anzusehen und stieß auf eine Ardennerstute. Wir wollten sie eigentlich „nur mal ansehen“, da ich noch keinen Ardenner in live gesehen hatte und wir natürlich ohnehin nicht gleich das erste Pferd nehmen wollten. Qu stand mit einem Friesen auf der Weide und diese Brust und der Hals beeindruckten mich zutiefst, auch wenn sie ein Rappe (wie unser Shetty) war. Geritten war sie nicht (also erfüllte sie noch nicht mal dieses Kriterium), man konnte nur auf ihr sitzen und sich führen lassen. Sie war schon 8 Jahre alt und hatte bis dahin Fohlen gehabt.

Ich nahm sie.

Nachdem sie bei uns angekommen war, stellte sich heraus, dass sie zwar sehr brav im Umgang war, aber so einige „Baustellen“ hatte. Hinterhufe geben ging kaum, beim Reiten kamen wir zunächst einigermaßen gut voran, allerdings hatte sie immer einen total genervten Gesichtsausdruck- ihre Ohren waren quasi nicht mehr sichtbar, wenn man sie ritt.

Ich ritt gebisslos und merkte schnell, dass meine bisherige reitweise zwar gut zu „Takeshi“, nicht aber zu „Qu“ passte. Jegliche Form von Druck (Schenkel, Gerte, Zügel) quittierte sie mit Gegendruck. Auf Schenkeldruck wurde sie langsamer, meiner Zügelführung entzog sie sich, indem sie einfach nicht abwendete und geradeaus lostratet, nach der Gerte trat sie. Nun hatte ich ja meine Hilfen wirklich schon sehr verfeinert seitdem ich nicht mehr englisch ritt, aber dieses Pferd fand meine Hilfen immer noch viel zu viel, zu stark, teilweise unverständlich. So suchte ich schnell nach neuen Wegen und stieß auf die Akademische Reitkunst und damit auf Elisa, als „Qu“ ca. 3 Monate bei mir war.

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Elisa hatte von Anfang an keine Vorurteile einem „Kalti“ gegenüber und wir fingen ganz langsam und vom Boden aus an. Seitdem hat sich schon sehr viel verbessert. Die Reitweise und auch, dass sie zunächst alles vom Boden aus erklärt bekommt, scheint Qu zu gefallen. Auch, dass ich sie jetzt vom Tempo her ruhiger reite. Es kommt fast gar nicht mehr vor, dass sie sich nicht abwenden lässt und sie arbeitet fleißig mit. Auch ihr Gesichtsausdruck ist jetzt meistens auch beim Reiten entspannt und sie stolpert auch kaum noch. Wir kommen immer mehr dahin, dass sie versucht, sich selbst zu tragen im Schritt und Trab. Im Galopp schaffen wir es, auf einem Zirkel zu galoppieren. Noch nicht gesetzt, aber immerhin. An der Hand üben wir Schulter-und Kruppe herein.

Ein Kaltblut (zumindest meins) braucht vielleicht manchmal etwas länger und die Übungseinheiten müssen kürzer sein, damit Qu den Spaß nicht verliert. Zwei Tagen „Arbeit“ muss mindestens ein Tag Pause (Zirzensik, Longieren, Gelände, Nichtstun) folgen, sonst wird sie nörgelig. Ich selbst lerne bei Elisa jedes Mal etwas Neues. Sehr viel über meinen Sitz- oft komme ich mir vor, wie ein blutiger Anfänger. Elisa bleibt aber auch nach dem 20. Mal Nachfragen immer geduldig und erklärt einfach super.

Ich denke, „Qu“ war vielleicht nicht ganz das Pferd, das ich wollte, aber sicher das, das ich brauchte. Sie ist zauberhaft mit den Kindern und sehr sensibel im Umgang. Trotz ihres beachtlichen Gewichts (ca. 800 kg) ist sie innerlich eine kleine Elfe.

Ich freu mich darauf, nach und nach mit ihr gemeinsam und Elisa als Lehrerin „tanzen“ zu lernen.

Elisa Rieck